„Wer ist also der Lektor, das unbekannte Wesen? Häufig eine Frau.“ (Susanne Kippenberger, Der Tagesspiegel, 17.3.2016)

Porträt Cornelia BaddackLektorin

Das Tätigkeitsfeld Lektorat zieht sich wie ein roter Faden durch meine berufliche Laufbahn – angefangen mit einer Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin in einem bekannten Ratgeberverlag.  Während meines anschließenden Magisterstudiums in Köln redigierte ich erste wissenschaftliche Veröffentlichungen, bevor ich mehrere Jahre lang die internationale Fachzeitschrift „Historical Social Research / Historische Sozialforschung (HSR)“ in allen publikationsrelevanten Abläufen betreute.

Von einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt – die Liebe und das Leben führten mich nach Israel – zurückgekehrt, bin ich seit 2014 freiberuflich als Lektorin tätig. Für Verlage und Forschungsinstitutionen, Autorinnen und Autoren lektoriere ich wissenschaftliche Publikationen oder Sachbücher, für Agenturen und Redaktionsbüros bearbeite ich Print- und Onlineprodukte im Bereich Corporate Publishing: Kunden-, Mitarbeiter- oder Mitgliederzeitschriften, Informationsbroschüren und Newsletter.

Somit beschäftige ich mich als Lektorin mit sehr verschiedenen Inhalten – in kurzen oder langen Formaten, in leicht verständlicher Sprache oder komplexer Diktion.

Historische Forschungen und Veröffentlichungen

Schätze ich am Lektorat die Breite und Vielfalt der Themen, so teile ich auch die Freuden (und Leiden), die sich aus der intensiven Beschäftigung mit einem Untersuchungsgegenstand ergeben. Während meiner Dissertation habe ich mich jahrelang mit Katharina von Kardorff-Oheimb (1879–1962) auseinandergesetzt und jüngst die erste wissenschaftliche Biografie zu dieser heute kaum noch bekannten Politikerin der Weimarer Republik vorgelegt.

Aus meinen bisherigen Forschungen als Historikerin bringe ich vertiefte Kenntnisse zu Theorie und Methoden der Biografie, zur Frauen- und Geschlechtergeschichte, zur politischen Kulturgeschichte der Weimarer Republik und zur historischen Parteien- und Parlamentarismusforschung mit. In letzter Zeit beschäftige ich mich außerdem verstärkt mit der Geschichte der deutsch-israelischen Beziehungen.

Seit 2015 gehöre ich einem interdisziplinären Team an, das zentrale Texte des sozialistischen Journalisten und Politikers und späteren bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (1867–1919) aus der Zeit des Ersten Weltkriegs kritisch ediert. Unter anderem habe ich Teile von Kurt Eisners Tagebuch, das der 1918 inhaftierte Kriegsgegner mehrere Monate lang im Gefängnis führte, transkribiert. Dieses sogenannte Gefängnistagebuch erschien im Frühjahr 2016 als Band 1 der Kurt Eisner-Studien.